Was mich zum Schaffen bewegt, ist das Skizzieren. Immer wieder das Sehen lernen. Das Erkunden, ob das Gesehene so skizzenhaft wiedergegeben wurde, wie wahrgenommen. Ob das deckungsgleich ist. Glücklicherweise ist ja Malen und Zeichnen eine manuelle Kunst, die stets anders ausfällt. Unberechenbar ist. Von der Tagesform abhängig. Ja, sogar nichts Maschinelles an sich hat. Und stets ein neues Abenteuer, eine neue Herausforderung in sich birgt. Und das ist das Spannende daran. Spannung pur. Als Einzelkämpfer vor dem Objekt der Begierde das umzusetzen, im Sommer wie im Winter, also auch bei Schnee und Eis..., zu versuchen... wollen... können, was ich ausdrücken will. Ausdrücken muss. Damit die Emotionalität möglichst unmittelbar sichtbar wird: „rüber kommt“. Der Betrachter später, der nicht dabei war, es versteht. Es einordnen und beurteilen kann. Und deshalb ist es auch so wichtig, so fundamental, dass ich — später, mit Abstand — alles erarbeitete Material noch einmal einer kritischen Prüfung unterziehe. Aussortiere, wenn nötig. Und stets nur das beste, das gelungenste Exemplar als Quintessenz meiner Arbeit, meines Schaffens auswähle. Und in einer Ausstellung im Atelier oder auswärts präsentiere. Denn, das ist ja meine Visitenkarte.
Ich arbeite bevorzugt mit Fineliner, mit Chinatusche und Feder oder Borstenpinsel und mit dem ganz normalem Kugelschreiber. Die schnelle Skizze erfordert gezieltes Festhalten. Eigentlich ist das fertige Bild im Kopf schon komponiert, bevor ich anfange zu arbeiten. Aber das erfolgt nur dann, wenn ich viel Übung habe. Fleiß und Ausdauer, aber auch Erfahrung sind gefragt. Und der Wille, etwas erschaffen zu wollen. Zumal ja mit dieser speziellen Technik jeder Strich sitzen muss. Korrigieren oder gar Radieren wie bei Bleistift ist hierbei ja nicht möglich. Dünne, zarte korrigierende Hilfslinien, die suchend das Auge führen, stören absolut nicht einen gelungenen Entwurf. Im Gegenteil, mir ist sogar ein nachvollziehbarer Skizzenstrich in einer Malerei Ausdruck einer reifen Arbeitsweise seines Schöpfers. Mein großer Lehrer Hans Werner Oswald steht hier stellvertretend für viele andere. Auch war er es, der schon vor über 20 Jahren mutig blaue Kuliskizzen in seiner Ausstellung gerahmt gehängt hatte.
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